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Dr. Energie und der billige Jakob ....

Da sich weder Dr. Energie noch Gabriela um alles kümmern konnten, übernahm die Seminararbeit gelegentlich ein anderer Freund des Hauses. Natürlich war auch er ein „Eingeweihter“, dessen farbige Diplome im Seminarraum hingen wie die Ehrenurkunden in einem Freizeitheim.
Um Jo`s Hals baumelte ein Talisman. Ein Kruzifix war es nicht. Und auch nicht das Auge der Fatima. Aber dieser Talisman funkelte wie der böser Geist. Oder war es doch nur die reine „Energie“, die eine derartige Leuchtkraft entwickelte?
Kurz, dieser so genannte „Dozent“ Jo war in seinem ersten Leben Fischhändler gewesen. Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Aber wer sein halbes Leben im Großmarkt verbringt, verliert vermutlich nie den Jargon des billigen Jakobs. Denn Jo hatte die Stimme eines routinierten Conferencier, der mit schnellen Augen alles im Blick hatte. In einem anderen Zusammenhang, vielleicht auf einer Butterfahrt, hätte sein Publikum mit Sicherheit auf seine schlüpfrigen Witzchen gewartet. Dabei lächelte Jo nachsichtig, als sei er bereit für seine „Patienten“ alles zu geben, mehr, als er hatte… Allerdings setzte er sein Minenspiel so ökonomisch ein, als spreche er mit einer Kamera. Dieser Blick war mir schon früher aufgefallen.
Ja, Jo genoss es im Mittelpunkt zu stehen. Und wenn er sich unbeobachtet fühlte, fielen einen seine Augen von hinten an. Dieser Mann hat einen beunruhigenden Blick. Wie ein listiges Tier, das genau weiß, wann es zubeißen muss. Und da auch er, wie Dr. Energie und Gabriela nur „Ja“-Sager im Seminar duldeten, zerstörte er schon im Ansatz jedes Gespräch, das sich seiner „Energie“ hätte entziehen können. Die Patienten im Seminarraum aber richteten sich nach ihm aus wie eine Magnetnadel...