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Ich habe einen Traum

Ich habe einen Traum!

Ich habe einen Traum

von Almut Rosebrock, Wachtberg bei Bonn

Ich habe einen Traum, in dem sitzen Politiker der unterschiedlichen Parteien friedlich zusammen und überlegen gemeinsam, welche Lösungen für das Land und seine Menschen am besten wären.
Es zählt der gesunde Menschenverstand, die Achtung vor der Unterschiedlichkeit der Individuen und deren Lebensentwürfen, die Achtung vor der Umwelt und Natur, vor der Schöpfung (Gottes) mit ihren Kreaturen.
Keiner schlägt dem Anderen ein Parteibuch auf den Kopf, keiner zieht über irgendeine Aussage eines anderen Menschen, sei er Politiker oder nicht, her.

Man achtet einander, auch mit den verschiedenen Ansichten – und man versucht, gemeinsam zu den bestmöglichen Lösungen zu kommen, die auch den tatsächlichen Wünschen der Bürger im Land weitestgehend entsprechen sollten.
Das wird immer mal wieder durch sachliche Befragungen überprüft, in denen die Bürger auch eigene Anregungen äußern können, die gar nicht selten in die Tat umgesetzt werden.

Bürgerengagement ist überhaupt großgeschrieben.
Ein pensionierter... hilft Schulkindern bei den Hausaufgaben – und lernt so zum ersten Mal in seinem Leben eine Familie kennen, die schon in der Monatsmitte kaum mehr Geld hat und dann nicht weiß, wovon sie leben soll.
Ein Handwerker bastelt mit Kindern, die sonst kaum hinter dem Bildschirm hervorzulocken sind, Borkenschiffchen und lässt sie schwimmen – und alle sind glücklich dabei.
Kinder singen Volkslieder und machen andere schöne Musik – die „Konserve“ muss gar nicht sein.
Auch Musik aus anderen Ländern, in anderen Sprachen, gefällt ihnen.
Bei einem Büffet bringt jede / r ein für sein Land typisches Gericht mit und alle staunen über die Vielfalt und Buntheit, die sich ergibt.
Kinder begegnen sich in Sport, handwerklichen Betätigungen, beim Ausruhen in der Pause, im Spiel und beim theoretischen, schulischen Lernen.
Plötzlich verstehen sie, warum es sich lohnt, etwas zu lernen, sich anzustrengen.
Sie erkennen, es kommt auf jede / n Einzelne / n an, wie er oder sie auch sein mag.
Jede / r hat Gaben und Grenzen, jede / r ist gewünscht, gebraucht, kann sich einbringen.

Jeder Mensch ist etwas Wert und kann das Beste aus seinem (einen) Leben machen.

Es gibt Kinder, denen fällt das theoretische Lernen, das komplexe Denken, Mathematik Rechtschreibung, leicht, sie wollen immer mehr wissen und verstehen.
Sie sollen auf eine Schule gehen, wo sie in ihrer Richtung, in ihren Begabungen gefördert und herausgefordert werden, in Gemeinschaft und Austausch mit anderen Kindern, denen es so geht.
Andere kapieren diese Dinge einfach nicht so schnell, es will nicht in den Kopf rein, erst nach vielfacher Übung, Wiederholung und praktischer Anwendung.
Vielleicht haben sie zusätzlich noch einen schwierigen Familienhintergrund mit Trennungserfahrungen, wirtschaftlicher Not, einem schwierigen Hintergrund.
Das sind Aspekte, die eine Persönlichkeit prägen, die be- und verarbeitet werden müssen – und das braucht Zeit, Raum zum Gespräch, Erfolgserlebnisse in verschiedenen Bereichen.
Das von diesen Kindern benötigte Grundprinzip ist „Fördern, um fordern zu können“.
Diese Menschen reifen, wenn ihnen Chancen gegeben werden, auf eine andere Art, in eine andere Richtung. Das ist mindestens genau so viel wert wie das Abitur!

Unsere Gesellschaft braucht den Hochschulprofessor wie die Lehrerin, den Bauarbeiter und die Putzfrau – ohne würde es nicht laufen.
Vielfalt ist schön – wir können uns daran freuen, sie positiv gestalten.

In der Familie erleben wir die Vielfalt ganz konkret und grundlegend:
In den Unterschiedlichkeiten zwischen Mann und Frau, die in uns angelegt sind, mit denen wir uns aber auch bereichern.
In der Unterschiedlichkeit und Einzigartigkeit der Geschwister.
Jedes Kind will möglichst von beiden Eltern gleich geliebt, beachtet und geachtet werden.
Ich als Mutter bemühe mich, für jedes die am besten passenden Angebote und Förderung zu finden und sie, jedes einzeln und doch gemeinsam, auf ihrem Lebensweg zu begleiten.
Streitigkeiten bleiben nicht aus, es geht oft hoch her am Familientisch.
Was wichtig ist, ist, dass es hinterher wieder Versöhnung gibt, dass man irgendwann lernt, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen und dass es eigentlich am schönsten ist, miteinander – und auch über sich selbst – zu lachen.

Leben will gestaltet werden, im Kleinen wie im Großen – und das braucht Kraft, Zeit, langen Atem, Überlegung, Erfahrung, auch finanziellen Einsatz.
Kinder sind eine riesige „Investition“ – aber eine lohnende.

Man investiert aus Liebe zu diesen Geschöpfen heraus, in denen ein so großes Potential steckt – und hofft, dass sie einen guten Weg zum Leben finden werden.

Es schockiert uns, wenn so jungen, hoffnungsvollen Menschen das Leben „abgeschnitten“ wird - oder wenn Leben nicht „gelingt“, durch Drogen, Alkohol, Perspektivlosigkeit, ... gefährdet ist.
Uns wird bewusst, wie zerbrechlich das Leben ist – und wie wichtig es ist, es gut zu pflegen, es in Liebe und Selbstachtung zu führen, in Achtung vor den Nächsten und Übernächsten, in Verantwortlichkeit für mein Tun.
Mich bereichert der Blick über meinen eigenen Tellerrand hinaus.

Jede / r ist auf seine Art im Leben unterwegs, sei es alt oder jung, mit oder ohne Kinder, derzeit mit oder ohne erfüllende Arbeit, gesund oder krank.
Veränderung, Lernen, Entwicklung ist immer möglich.

Gestern, beim Gospelkonzert, war die Kirche voll, übervoll.
Alle freuten sich an der Musik, an der Botschaft, am gemeinsamen Tun, am Rhythmus – am Leben zu sein.
Kleinkinder kuschelten sich an ihre Mutter – und schliefen irgendwann ein.
Babygeschrei bereichert das Konzert, bereitete Freude.
Freude am Leben, an der Vielfalt, an der relativen Sicherheit und Geborgenheit, die wir doch erleben – und auch weitergeben können.

Möge auch in die Politik – bei aller „Krise“ - ein Hauch dieser Weite, dieser Lebensfreude, dieser Leichtigkeit wehen, der Menschen verbindet, der Hoffnung gibt und nicht zuletzt kreative Lösungen erst möglich macht!

Vielleicht muss der Traum nicht nur Traum bleiben!?



Die Autorin Almut Rosebrock, Apothekerin, derzeit hauptberuflich in der Familie tätig, ist verheiratet und hat 2 Kinder.
Die Kinder sind inzwischen 8 und 10 - und wir freuen uns auf den 2. Ökumenischen Kirchentag in München vom 12.-16.5., an dem wir teilnehmen
werden.

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