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Sparpolitik Elena - und die Gesundheit!

Sparpolitik – ELENA und die Gesundheit

Das System ELENA wird ausgesetzt – aus Kostengründen.
Wer übernimmt die Verantwortung für die immensen Geldbeträge, die bisher für die Erstellung „verschossen“ wurden (es sind ja nur Steuergelder...)?
Gut, dass nun die Reißleine gezogen wurde. Auch aus Datenschutzgründen.
Besser (und finanziell gesehen viel günstiger!) wäre es gewesen, man hätte sich das System gleich gespart.

Die Parallele zum Gesundheitsfonds kommt mir nicht von ungefähr.
Auch hier werden Millionen von sensiblen (Bürger-)Daten gespeichert und verarbeitet.
Sie müssen ständig aktualisiert werden. Sie sind die Grundlage für die Pauschalen, die jede Krankenkasse für die bei ihr versicherten Personen, je nach „Behandlungswahrscheinlichkeit“, aus dem Gesundheitsfonds (zurück)erstattet bekommt.

Die Entlohnung der Ärzte und Krankenhäuser ist inzwischen von Pauschalen, Regelleistungsvolumina (RLV), Qualitätsgebundenem Zusatzvolumen (QVZ), Morbiditätsorientierter Gesamtvergütung (MGV) und anderen Faktoren bestimmt.

Der Arzneimittelbereich wird von „Rabatten“, Reglementierungen und Moratorien verschiedener Art, zum Teil kompliziert vertraglich ausgehandelt, bestimmt.
Das alles ist so „windig“ und katastrophal kompliziert, dass es nur ein Millionengrab sein kann. Letztlich ist nämlich niemand für die Millionen und Milliarden Euro, die durch die ganzen „Verrechnungsstellen“ laufen, verantwortlich und zuständig!
Das kann nur zu Unwirtschaftlichkeit, Verlust und Verschwendung, ggf. auch Betrug, führen!

Was waren das noch für schöne Zeiten, als jede Krankenkasse für sich die Beiträge ihrer Mitglieder erhob und damit frei und verantwortlich wirtschaften konnte!
Das freilich, nachdem ein Ausgleich für vom Krankheitsrisiko her benachteiligte Kassen abgezogen oder zugeschossen worden war (Risikostrukturausgleich, RSA).
Bei Bedarf wurde individuell der Beitragssatz angepasst.
Da wurden Ärzte noch für ihre wirklich erbrachten Leistungen bezahlt – wie jeder Handwerker und Rechtsanwalt auch. Jetzt müssen sie, ebenso wie die Krankenkassen, hoffen und bangen, dass sie nach den gesetzlich vorgenommenen Hin- und Herrechnungen, die ständig wechseln, irgendwie auf ihre Kosten kommen werden.
Die Wahrscheinlichkeiten dafür werden geringer. Die Planbarkeit auch.

Die Voraussetzungen für gutes, verantwortliches, qualitätvolles Handeln (was im Zentrum stehen sollte - Gesundheit!!!) sind unter diesen Prämissen immer weniger gegeben!
Finanziell gewinnen tut derjenige, der mit den nun politisch vorgegebenen (und ständig sich ändernden!) Prämissen am besten tricksen kann (und / oder „Beziehungen“ hat?)!
Über sinnvolle Plausibilitätskontrollen der Abrechnungen und Leistungen von Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken wird in dem Reformchaos am wenigsten nachgedacht.

Welche Unsummen verschlingt die gesamte Verwaltung und Verrechnung – die letztlich dafür sorgt, dass es keine konkreten Verantwortlichkeiten im System mehr gibt!

Allein die direkt am Patienten, am kranken Menschen wirkenden Professionellen, Ärzte, Therapeuten, Pfleger, Apotheker, Arzneihersteller, tragen die volle Verantwortlichkeit.
Sie sind die Garanten für Qualität in der Betreuung und Therapie der kranken Menschen.
Allein bei diesen soll gespart werden. Die Verwaltung ufert immer mehr aus.
Das kann nicht gut gehen!!! Quo vadis, deutsches Gesundheitssystem?

von Almut Rosebrock, Apothekerin, Wachtberg bei Bonn