Was soll das Gejaule um diesen Guttenberg. Die nicht gerade kluge Tat diese gewöhnlichen Mensch ist nur Ausdruck einer Normalität. In einer Gesellschaft des Scheins, in der alle nach einer Qualifikationen schielen, die sich in und auf Papieren verwirklicht, da ist es normal, dass jeder mit allen Mitteln versucht diese Papiere in die Finger zu bekommen.
Wie viele Ghostwriter gibt es? Das Heer der Würdigen mit gekauften Titeln ist mit Sicherheit sehr groß und all jene die ihre akademischen Grade fleißig hochhalten, sind dabei die Türen zu schließen.
Hier liegt das Problem; es wird zuviel Wert gelegt auf diese Quittungen und Teilnahmebestätigungen eines überkommenen Bildungssystems. Ein Nadelstreifenanzug macht keine anständigen Menschen.
Ein akademischer Grad ist kein Beleg für Klugheit und Intelligenz.
Wer brav mitläuft, gut auswendig lernt, gut reproduziert und die formalen Aspekt einhält, der bekommt die Bescheinigung. Doch ist die Speicherung und Reproduktion von Fakten auch ein Beleg für wirkliches Verstehen?
Die Klugen und eigenständigen Denker sind in diesem System nicht erwünscht, das wird zunehmend zu einem Problem.
Mit wie viel Blödsinn leben wir bereits, Finanzkrise - Harz4 – Risterrente – Endlager – ist das Demokratie?
Ja, Guttenberg ist Ausdruck eines Problems, eines grundsätzlichen, er ist ein Gesicht der Scheingesellschaft.
Glück auf.
Copyright 2011- Chaturian (Freigegeben für die Veröffentlichugn in Der Querdenker)
|
Vielen Dank für Ihren Beitrag, der mir aus dem Herzen spricht. Sie haben recht, wirklich neue Gedanken und Ideen sind nicht gefragt, ja ich denke sogar, dass in Zeiten der Informationsflut niemand sich die Mühe macht, wirklich neue Ideen zu entwickeln. Möglicherweise wurde diese Fähigkeit des Intellekts, weil unerwünscht, durch unser Bildungssystem systematisch abtrainiert. "Wissenswiederkäuer" beherrschen die Welt, wobei der Begriff Wissen möglicherweise sogar falsch ist und durch "Scheinwissen" ersetzt werden sollte.
Siegfried Müller Administrator
|
von Waldemar Passie, Hannover Der Betrug des „Barons“ ist nur ein Symptom, die Ursache ist die Existenz des Doktortitels. Der nichtakademische Steuerzahler zahlt mit für das kostenlose Hochschulstudium, das pro Student Zigtausende kostet. Er selbst muss 20.000 € aufwenden, um nur den Meistertitel zu erlangen. Die Hochsubventionierten mit ihren Professoren haben dessen ungeachtet vor Zeiten unter sich beschlossen, sich einen lebenslangen das Einkommen und Ansehen fördernden Doktortitel zuzulegen, der sogar in den Pass eingetragen wird. Einzigartig in der Demokratie. Nun gut, wenn es denn der Wahrheitsfindung dient. Nur das tut es nicht. Stattdessen erzeugt das praktisch unkontrollierbare Verleihungsverfahren unter 250.000 verliehenen Doktortiteln vermutlich einige tausend Betrüger. Jeder Insider weiß, Plagiate, bezahlte „Helfer“, illegale Firmen, Spenden, Ghostwriter, Bestechung, „Promotionsberatung“ u.a.m. stehen zur Verfuegung.
Jetzt hat - erstmalig in der Hochschulgeschichte - extern eine so gruendliche Prüfung einer Doktordissertation stattgefunden, wie sie, um den sehr leicht moeglichen Betrug auszuschließen, jeder der bisher erfolgten über 250.000 Doktortitelnverleihungen haette vorausgehen müssen. Das Ergebnis? Nachtraeglich (!) geprüft wurde die seit Jahren bereits mit einer Titelverleihung versehene Doktordissertation des „Barons“. Mit leicht ermittelbaren über 60 Plagiaten auf 286 Seiten, vom „Verfasser“ selbst als Blödsinn bezeichnet, wurde sie von den zwar hochbetitelten aber mit Verantwortungsübernahme erkennbar überforderten Professoren nicht nur „kameradschaftlich“ durchgelassen. Nein. Sie wurde auch noch mit der höchstmöglichen Benotung „ summa cum laude“ versehen. Der zahlende Staatsbürger, der oft brav die Doktoranrede verwendet, hat zumindest das Recht, davor bewahrt zu werden, dabei einem akademischen Betrüger und Hochstapler aufzusitzen. Wenn, wie erwiesen, die Hochschulen das nicht einmal bei einem sogenannten Adligen sicherstellen können, bleibt nur, den Doktortitelerwerb in dieser völlig unkontrollierbaren Form fairerweise auf der Stelle abzuschaffen. Ihn in unserer Demokratie als überfluessige Nachahmung des titelsuechtigen Feudalismus ganz und gar beiseite zu lassen, waere noch verdienstvoller. Waldemar Passie
|
Jetzt ist es raus. Die Kanzlerin nannte die Debatte um Guttenberg scheinheilig. Scheinheilig ist jemand, der einen andern für etwas verurteilt,was es selbst auch getan hat. Das heißt schlicht und einfach, Frau Merkel geht davon aus, dass es massenhaft Dr. Arbeiten gibt, die unter dubiosen Umständen entstanden sind und das Papier nicht wert sind auf dem sie niedergeschrieben wurden. Schaut man in etwas um im Lande und den Titel winken auf die Finger, dann drängt sich der Verdacht, das es so ist, geradezu auf.
Nun, Frau Merkel scheint es zu wissen, woher nur? Und war das ein freudscher Versprecher. Wie man die Aussage auch wendet, sie bleibt unschön. Dennoch danke ich unserer Kanzlerin für diese unverhofft klarsichtige Richtigstellung der Bedeutung und Wertigkeit bundesdeutscher akademischer Titel. Natürlich ist damit auch ein Licht auf unser Bildungssystem geworfen.
Vielleicht sollten wir da ja doch etwas ändern.
|